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Social Media im Sportverein

 

Unter den über 20‘000 Sportvereinen in der Schweiz gibt es wahrscheinlich nicht mehr viele, die noch über keinen Auftritt in einem der vielen sozialen Medien verfügen. Wettkämpfe werden gefilmt und auf YouTube hochgeladen, News über Twitter kommuniziert oder Fotos von Trainingslagern der Junioren auf Facebook gepostet. Die sozialen Medien bieten unzählige Möglichkeiten, um mit den verschiedensten Anspruchsgruppen auf unterschiedlichste Art in Kontakt zu treten. Aber Social Media ist nicht gleich Social Media, diese Medien sind keine Spielzeuge mehr für Jugendliche, sondern immer mehr mächtige Instrumente, deren Umgang gut überdacht und gelernt sein muss.

Als erstes sollte kurz geklärt werden, was Social Media (kurz SoMe) bedeutet. Social Media ist ein Überbegriff für die Verwendung von Medien, in welchen Benutzer Erfahrungen, Informationen und Meinungen austauschen. Beispiele dafür sind: Facebook, Xing, Twitter, Wikipedia, YouTube, Flickr und viele mehr.

Fragen die man sich vor der Lancierung eines Social Media-Auftrittes stellen sollte:

  1. Wen möchte ich erreichen?
  2. Welche Botschaften möchte ich vermitteln?
  3. Welche SoMe-Plattformen wären geeignet für uns?
  4. Wie viel Kapazität habe ich für die Bewirtschaftung?
  5. Kennen wir jemanden der Erfahrung hat mit SoMe und uns helfen kann?

Chancen von Social Media in der Vereinsarbeit


Media muss man grundsätzlich keine Angst haben. Im Gegenteil, es birgt viele Chancen. Es ermöglicht dem Verein, verschiedene Zielgruppen auf einmal zu erreichen. Nicht nur der Kontakt zu bestehenden Mitgliedern kann so gepflegt werden, sondern beispielsweise auch derjenige zu potentiellen Spielern, Fans oder Sponsoren. Fotos und Videos können verbreitet werden, und so Emotionen vermittelt und Nähe zum Verein geschaffen werden. Zudem können Veranstaltungen leichter kommuniziert und verbreitet werden. Die Reichweite kann so praktisch gratis um ein vielfaches erhöht werden. Trotzdem gilt auch hier: Der Ball rollt nicht von alleine. Jemand muss den Kanal aktiv bewirtschaften und den «Verkehr» auf der Seite im Auge behalten. Um Dialog zu schaffen, braucht es immer zwei Seiten.

Risiken von Social Media in der Vereinsarbeit

Natürlich muss man sich bewusst sein, dass Social  Media auch ein gewisses Gefahrenpotential mit sich bringt. Probleme ergeben sich häufig dann, wenn Nutzer sich nicht so verhalten, wie sie es im «echten Leben» tun würden. Das Horrorszenario vieler Unternehmen welche auf Social Media vertreten sind, ist ein sogenannter Shitstorm. Ein Shitstorm entsteht, wenn sich aus einem kleinen Thema, Fehler oder Meldung ein grosses Interesse in der Onlinecommunity entwickelt. Diese wiederrum teilen die Inhalte mit ihrer Community um auf das Thema aufmerksam zu machen und wenden sich direkt an das Unternehmen. Die Kommentare sind überwiegend negativ und je mehr sie sich häufen, desto eher werden Medien darauf aufmerksam. Meist handelt es sich um Themen bezüglich dem Schutz von Mensch, Tier oder der Umwelt. Oftmals sind es aber auch Kleinigkeiten wie eine unangebrachte Antwort oder Post, der die eigene Community erzürnen lässt. Wichtig ist dabei, dass das Unternehmen/Verein/Verband richtig und schnell handelt.
Der Shitstorm von Mammut wird in der Schweiz immer wieder als Beispiel genannt. Unter folgendem Link kann ein spannendes Interview mit dem Leiter Marketingkommunikation der Mammut Sports Group nachgelesen werden.

Zielgruppen

Zielgruppen können die eigenen Vereins- oder Verbandsmitglieder, sowie deren Umfeld sein. Zuschauer und Fans des Vereins oder Verbands sind ebenso Zielgruppen wie Sponsoren und zukünftigen Geldgeber, bei denen sich ein vorbildlicher Social Media-Auftritt positiv auswirken kann. So ist es heute oft üblich, Geldgeber in die Online-Kommunikation einfliessen zu lassen und ihnen so zusätzlich Präsenz zu verschaffen, beispielsweise auf Fotos, Videos oder schlicht und einfach indem sie in Posts oder Kommentaren erwähnt werden. Zu Bedenken ist aber, dass verschiedene Zielgruppen auch unterschiedliche Bedürfnisse haben. Die einen wollen Fotos ihrer Lieblingssportler oder vom letzten Fest sehen, die anderen möchten Resultate lesen und wieder andere nur wissen, wann die nächste Abendunterhaltung stattfindet. Darum ist es wichtig, die unterschiedlichen Zielgruppen zu identifizieren und ihre Bedürfnisse zu analysieren.

Mögliche Kanäle

Soziale Netzwerke: Facebook, Google+, Xing, LinkedIn
Webalben: Pinterest, Picasa, Flickr
Micro-/Nano-Blog: Instagram, Twitter,
Video-Portal: Youtube, Vimeo, MyVideo

Verantwortlichkeit

Um die Einheitlichkeit gewährleisten zu können, sollte im Verein/Verband eine Person bestimmt werden, welche die Verantwortung über die Social Media Kanäle übernimmt. Falls Administratorenrechte vergeben werden bzw. mehrere Personen den Kanal/die Kanäle bewirtschaften, sollte darauf geachtet werden, dass die Personen geschult wurden und die Bewirtschaftung einheitlich erfolgt. Die Erstellung eines Pflichtenhefts kann die Aufgabenverteilung erleichtern.

Rechtliches

Bezüglich der Rechte gilt letztlich für die Social Media Nutzung nichts anderes wie für die Website und das private Leben: Vereine, Verbände und Sportler sollten keine Informationen (Text, Foto, Video) auf sozialen Netzwerken veröffentlichen, welche sie nicht auch auf ihrer Website oder im privaten Umfeld  zeigen würden. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Bild- und Persönlichkeitsrechte sind sehr wichtige Themen. Ihnen muss besondere Beachtung geschenkt werden. Das Bildrecht hat jene Person, welche ein Werk (Foto oder Film) erschaffen hat, also beispielsweise ein Fotograf. Sie gilt demnach immer als Urheber. Beim Verwenden von Bildern, an welchen man das Bildrecht nicht besitzt, sollten also zwingend Quellenangaben gemacht werden.
Grundsätzlich ist bei der Verwendung von Bildmaterial, welches man nicht selbst erschaffen hat immer Vorsicht geboten. Auch wenn ein Foto mit der eigenen Kamera oder Smartphone aufgenommen wurde, heisst dies nicht, dass man es ohne weitere Abklärungen publizieren kann. Jede Person hat ein Persönlichkeitsrecht und somit auch ein Recht auf dessen Schutz. Fotos, auf welchen Personen erkennbar abgelichtet wurden, bedürfen zuerst einer Verwendungsbestätigung der betreffenden Person(en) oder ihrer Bevollmächtigten bevor sie publiziert werden dürfen. Auf die Einwilligung darf immer nur dann verzichtet werden, wenn ein überwiegendes öffentliches oder privates Interesse eine Veröffentlichung rechtfertigt (z.B. Personen von öffentlichem Interesse wie Sportstars, Politiker, etc.).
 
Ähnlich verhält es sich mit Fotos, die im öffentlichen Raum aufgenommen werden: Ist dies für alle Anwesenden erkennbar und sind die Abgebildeten nur „Beiwerk" (z.B. Passanten bei einer Sehenswürdigkeit oder Zuschauer einer Sportveranstaltung), so ist es ausreichend, wenn das entsprechende Bild auf Verlangen der fotografierten Personen (sofort vor Ort sowie zu jedem späteren Zeitpunkt) gelöscht bzw. auf eine Veröffentlichung verzichtet wird. Die betroffenen Personen müssen jedoch nicht zusätzlich angesprochen und informiert werden. (Quelle: Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter). Mehr Informationen zur Veröffentlichung von Fotos an Freizeit- und Sportveranstaltungen können hier nachgelesen werden.

Konzept

Ein Social Media Konzept ist ein gutes Instrument, um Arbeitsgrundlagen zu schaffen und sollte mindestens folgende Punkte beinhalten und klären:
  • Verantwortlichkeiten
  • Ziele
  • Zielgruppen
  • Bestimmung der verschiedenen Kanäle (Facebook, Twitter, Instagram, YouTube, …)
  • Zeitplan: Wann und was möchten wir bei gegebenen Anlässen publizieren
  • Welche Spracharten und Sprachen spricht meine Zielgruppe?
  • Wie kann die Community erweitert werden?

Aktuelle Beispiele aus der Praxis (Stand Dezember 2014)
Die folgenden Beispiele sollen aufzeigen, dass die Facebook-, Twitter- und Instagram-Accounts nicht immer gleich schwer gewichtet werden.

Wer

Facebook

Twitter

Instagram

Roger Federer

14‘801‘125

2‘420‘000

313‘000

Xherdan Shaqiri

1‘968‘762

416‘000

545‘000

FC Basel

1‘339‘777

54‘600

16‘600

Lara Gut

383‘856

85‘200

801

Schweizerischer Fussballverband

113‘494

34‘000

Nicht vorhanden

Swiss Olympic Team

80‘413

43‘400

1‘700

Swiss Ice Hockey

43‘629

8‘178

277

SC Bern

40‘745

8‘906

1‘708

Schweizer Alpen-Club SAC

8‘437

985

Nicht vorhanden

Swiss Tennis

3‘902

12‘000

Nicht vorhanden

Schweizerischer Turnverband

3‘326

Nicht vorhanden

Nicht vorhanden

Pfadibewegung Schweiz

2‘733

233

Nicht vorhanden



Zusätzliche Informationen für Sportvereine sowie für Sportlerinnen und Sportler finden Sie auf www.sportclic.ch  (Kommunikation)


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