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«Vereinswebsite auf dem Prüfstand»

Allen sozialen Netzwerken und mobilen Applikationen zum Trotz: eine Website oder Hompage hat für die Kommunikation noch immer höchsten Stellenwert. Entsprechend sollte sie regelmässig überprüft und nach Bedarf angepasst werden.  Bei einer kürzlich durchgeführten Tour d’Horizon  von 100 zufällig ausgewählten Webseiten von Sportvereinen ist aufgefallen, dass bezüglich Blick­fang und Benutzerfreundlichkeit gegenüber früher Vieles optimiert wurde und die organisierte Sportwelt den Vergleich mit anderen kulturellen Bereichen nicht scheuen muss. Im Zuge der rasan­ten technischen Entwicklungen und Möglichkeiten sollte jedoch eines nicht vergessen gehen: der Inhalt ist das zentrale Element der Website und muss für die unterschiedlichen Zielgruppen des Sportvereins sorgfältig aufbereitet, verständlich formuliert und laufend aktualisiert werden. Mit Blick auf die wichtigsten Nutzer der Website, die Mitglieder, stellen wir im folgenden Beitrag drei Fragestellungen ins Zentrum, bei denen es sich lohnt, etwas genauer hinzuschauen.

 

Wer eine neue Website plant oder die eigene Website aufpeppen möchte, findet im Internet hun­derte von Ratschlägen, Checklisten, Anleitungen und sogar Baukästen für die Eigenproduktion.

Ein grosser Player auf dem Schweizer Markt wirbt z.B. mit folgender Botschaft: „Gestalten Sie mit dem HomepageTool selbst eine Website oder einen Online-Shop, der auch auf dem Smartphone gut aussieht! Ohne Programmierkenntnisse, ohne eine Anleitung lesen zu müssen und ohne teure Agen­tur. Es war noch nie so einfach!“ Die Verlockung ist also gross, auch als Laie ins Webdesign einzustei­gen und sich auf dem Gebiet der Webkommunikation zu versuchen. Technische Fertigkeiten sind die eine Sache, die andere ist der Inhalt, die Botschaften, welche der Sportverein auf seiner Webseite kommuniziert. Erfüllen diese die Erwartungen und Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher, insbesondere der (potenziellen) Mitglieder? Und wird auch den Bedürfnissen des Sportvereins selber genügend Beachtung geschenkt?  Bei der eingangs erwähnten Tour d’Horizon von Sportvereinswebseiten haben wir inhaltlich die Themen Mitgliedergewinnung, Mitgliederpflege und Ermutigung zur ehrenamtlichen Mitwirkung bzw. Freiwilligenarbeit aufgegriffen und entsprechend recherchiert. Nachfolgend finden Sie das Ergebnis, Empfehlungen und Verweise auf Praxisbeispiele – selbstver­ständlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

 

Fragestellung 1:

Finden Personen, die sich für eine Mitgliedschaft beim Sportverein interessieren, auf Anhieb In­formationen, wie man Mitglied wird, welche Leistungen mit der Mitgliedschaft verbunden sind und welcher Mitgliederbeitrag zu entrichten ist?

 

Ergebnis der Recherchen:

Es bestehen auffällig grosse Unterschiede zwischen Einzel- und Mannschaftssportarten. Bei Einzel Sportarten werden interessierte Neumitglieder aktiv beworben – sie finden durchwegs Informatio­nen zur Mitgliedschaft und den damit verbundenen Leistungen. Vereinzelt ist sogar eine Online-An­meldung für die Mitgliedschaft oder für einen Kursbesuch möglich. Bei den Mannschaftssportarten finden sich  Informationen über Beitrittsmöglichkeiten oft nur versteckt oder es werden nur Kinder und Junioren beworben. Zudem: im Gegensatz zu professionellen Sportanbietern wie Fitnesscenter, Sportschulen oder Sportevent-Veranstalter setzen Sportvereine generell sport(vereins-)spezifisches Knowhow voraus, was sich im geschriebenen Text wiederfindet, wenn z.B. von Riegen, Lizenzen, Organen und Mitgliederverwaltern die Rede ist. Auch der Verweis auf die Statuten als Leitfaden für den Vereinsbeitritt scheint noch sehr populär zu sein.

 

Empfehlungen:

Sportvereine sehen sich heute und in Zukunft noch vermehrt einer starken Konkurrenz im Freizeit- und Sportbereich gegenüber. Die Kommunikation über das Internet ist längst zum Standard gewor­den, zunehmend hoch sind auch die Ansprüche der Besucherinnen und Besucher an den Informati­onsgehalt einer Website. Wer lange suchen muss, nur bruchstückhaft Angaben zur Mitgliedschaft findet oder gar auf die Statuten verwiesen wird, wechselt schnell zur Konkurrenz.

Und: die Gesellschaft altert, entsprechend könnte für Sportvereine auch die Zielgruppe Erwachsene bzw. Senioren zum Thema werden. Dies bedingt jedoch eine gezielte Ansprache, Integration, pas­sende Angebote und Jahresprogramme. Die Webseite selber lässt sich mit wenig Aufwand an diese Ausgangslage anpassen:

  • Neumitglieder prominent willkommen heissen;

  • unterschiedliche Zielgruppen gezielt ansprechen (z.B. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren);

  • in der Navigation eine spezielle Seite mit Informationen für potenzielle Neumitglieder einbinden (u.a. über Leistungsangebot, Termine, Örtlichkeiten, Mitgliederbeitrag, zuständige Person für Neumitglieder);

  • nicht geläufige Begriffe und Bezeichnungen aus der Sportvereinswelt erläutern;

  • Testimonials bestehender Mitglieder über die Vorteile und Erfahrungen der Mitgliedschaft einblen­den;

  • die Online-Anmeldung erleichtert den Registrationsprozess.

 

Praxisbeispiele mit spezifischem Inhalt:

http://www.sac-bern.ch/pages/mitgliedschaft.asp?GroupID=Mitgliedschaft&PageID=Mitgliedschaft

http://www.tc-schwanden.ch/mitgliedschaft.html

http://www.sv-willerzell.ch/

 

 

Fragestellung 2:

Finden die Mitglieder prominent platziert aktuelle Informationen über die Vereinsaktivitäten, Programme, Leistungen und Resultate des Sportvereins?

 

Ergebnis der Recherchen:

Hier liegen die eigentlichen Stärken in der Webkommunikation der Sportvereine: es wird aktuell, übersichtlich und visuell ansprechend über die laufenden Aktivitäten und Resultate informiert. Es finden sich YouTube-Beiträge, Facebook- und Twitterplattformen auf den Webseiten, was besonders jüngere Mitglieder anspricht. Wer sich jedoch rasch über das gesamte Jahresprogramm sowie wei­tergehende Leistungen wie z.B. den Vereinsshop, Vermietung von Vereinslokalitäten, Preisvorteile bei Partnern des Sportvereins kundig machen will, muss oft noch eine Zusatzrunde einlegen. Gerade bei weniger aktiven Vereinsmitgliedern haben solche Informationen jedoch eine gewisse Bedeutung.

 

Empfehlungen:

Mitglieder sind die besten Botschafter für den eigenen Sportverein. Sie wollen gut informiert sein und sind durchaus motiviert, ihre Erlebnisse und Erfahrungen andern Menschen mitzuteilen. Mitglie­der sind aber nicht selten auch kritisch und hinterfragen Kosten und Nutzen der Mitgliedschaft, be­sonders dann, wenn sie sportlich (im Verein) nicht mehr so aktiv sind. Kurzum: auch die bestehenden Mitglieder müssen immer wieder von den Aktivitäten und Vereinsleistungen überzeugt werden, da mit sie sich engagieren und dem Verein die Treue halten. Deshalb:

  • Mitgliederleistungen und -programme hervorheben und aktuell halten;

  • neue Leistungen speziell erwähnen;

  • grössere Events oder Vereinsfestivitäten frühzeitig ankünden;

  • Ermutigen, Freunde und Bekannte zur Teilnahme an Vereinsaktivitäten zu motivieren;

  • Möglichkeit für online-Feedbacks einrichten;

  • Nach Bedarf: Online-Umfragen über Zufriedenheit, Bedürfnisse und Ideen zur Vereinsentwicklung aufschalten.

 

Praxisbeispiele mit spezifischem Inhalt:

http://www.tvdietlikon.ch/angebot.html

http://www.fckloten.ch/de/35_rabatte/rabatte.htm

https://www.facebook.com/SchwimmclubRheinau

 

 

Fragestellung 3:

Wird aktiv für ehrenamtliches Engagement  oder zur Freiwilligenarbeit im Sportverein motiviert, z.B. durch offene Funktionen, durch Würdigung von Einsätzen oder mittels Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten?

 

Ergebnis der Recherchen:

Auf den meisten Webseiten der recherchierten Sportvereine scheint dieser Anspruch keine Rolle zu spielen. Es ist eher die Ausnahme, dass das Thema Ehrenamtlichkeit und Freiwilligenarbeit thematisiert ist oder Ehrenämter bzw. Funktionen standardisiert ausgeschrieben werden.

Empfehlungen:

Zahlreiche Umfragen belegen, dass es für die Sportvereine immer schwieriger wird, Ämter und Funk­tionen zu besetzen. Auch die Suche von Freiwilligen als Helfer bei Vereinsanlässen und Festivitäten ist kein Kinderspiel. Warum also nicht die eigene Webseite nutzen, um Mitglieder oder Aussenste­hende für die Mitarbeit zu motivieren? Deshalb:

  • vakante ehrenamtliche Aufgaben, Funktionen und Freiwilligeneinsätze auf der Website kommunizieren;

  • Anforderungsprofile und Erwartungen offen legen;

  • über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren (z.B. Link zur Vereinsmanagement-Ausbildung VMA);

  • regelmässig Ehrenamt und Freiwilligenarbeit prominent würdigen.

 

Praxisbeispiele mit spezifischem Inhalt:

http://www.fcmontlingen.ch/index.php?page=15

http://www.gc-unihockey.ch/verein/jobs/mitgliederadministration/

https://www.youtube.com/watch?v=DlsLzGF5R0s

 

Fazit bezogen auf die 3 Fragestellungen

Die recherchierten Webseiten ermöglichen einen guten Einblick über die Ausrichtung und die Aktivi­täten der Sportvereine. Der Sport wird frisch und lebendig präsentiert. Mit wenigen inhaltlichen An­passungen bzw. Ergänzungen könnten die Portale für interessierte Neumitglieder noch attraktiver und die Information und Einbindung der bestehenden Mitglieder noch gesteigert werden. Die Web­seite auch für die Suche von Ehrenamtlichen und Freiwilligen nutzen garantiert zwar nicht den Erfolg, unterstützt aber ganz bestimmt das traditionelle Vorgehen.

 

Weitere Informationen sowie eine umfassende Checkliste zur Entwicklung bzw. Überprüfung der Vereinswebsite finden Sie auf sportclic


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